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Altersarmut in Niedersachsen stark im Kommen

Der Senioren Schutz Bund Graue Panther Südniedersachsen startet in Zusammenarbeit mit der Initiative gegen Altersarmut in den nächsten Monaten eine weitere Aufklärungskampagne.

Das Armutsrisiko in Niedersachsen hat 2016 den höchsten Wert seit seiner ersten Berechnung im Jahre 2005 erreicht. Fast ein Sechstel der Bevölkerung, das sind rund 1,254 Millionen Menschen, waren damit von Armut bedroht, teilte das Landesamt für Statistik in Hannover mit. Im Land Bremen lebt fast jeder Fünfte an der Armutsschwelle. Gleichzeitig aber gehört Bremen neben Hamburg zu den Ländern, in denen prozentual die meisten Menschen mit deutlich überdurchschnittlichen Einkommen leben. Fast jeder Zehnte verdient dort mehr als drei Mal so viel wie die Menschen im Bundesdurchschnitt. Hier in Niedersachsen ist es fast jeder 15. Dahinter folgen in der Statistik nur noch die ostdeutschen Länder.

Besonders auffällig in Niedersachsen sei, dass seit einigen Jahren die Armutsgefährdung für deutsche Staatsangehörige abnehme, während sie für hier lebende Ausländer steige. Der Geschäftsführer der Landesarmutskonferenz, Klaus Dieter Gleitze, warnte vor sozialen Verwerfungen und mahnte Politiker, zum Handeln: „Das Geld für mehr soziale Gerechtigkeit ist da. Was fehlt, ist der politische Wille zur Veränderung.“ Der SSB Graue Panther e.V. bezweifelt diese Werte auf keinen Fall an, möchte den Blickwinkel aber besonders um alleinstehende ältere Menschen erweitern. Das Armutsrisiko in Niedersachsen stieg 2016 leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 16 Prozent an.

Seit 2011 sei die Gefährdungsquote fast kontinuierlich um insgesamt einen Prozentpunkt gestiegen, während es in den Vorjahren noch einen Rückgang gegeben habe. 2016 lag der Anteil der von Armut gefährdeten Menschen in Niedersachsen um 0,3 Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt von 15,7 Prozent.

Als arm gelten Menschen, die weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Haushaltsnettokommen haben. In Niedersachsen lag dabei die Schwelle für einen Einpersonenhaushalt bei 953 Euro, bundesweit; bei 969 Euro. Besonders gefährdet sind vor allem Erwerbslose {54,7 %), Alleinerziehende, mit ihren Kindern (44,9 %), Ausländer (43%) und Menschen in Haushalten von Geringqualifizierten 41,2. Bei Haushalten mit Hochqualifizierten liegt das Armutsrisiko dagegen nur bei 5,5 Prozent.

Bemerkenswert sei auch der hohe Anteil derjenigen, die trotz Erwerbstätigkeit unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle blieben. Rund 286 000 Frauen und Männer seien trotz Job auf staatliche Unterstützung angewiesen. Das seien deutlich mehr als die 89 000 Erwerbslosen im Land. (Zahlen nach epd).

Es wird dringend Zeit für einen höheren Mindestlohn und für einen Mindestrente, wie es die Grauen Panther schon vor etlichen Jahren gefordert haben.

Damals war es noch fünf vor 12
jetzt ist es EINS vor 12!!

 

Erika Lohe-Saul

Erika Lohe-Saul, Vorsitzende des Senioren-Schutz-Bunds "Graue Panther" e.V.

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