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Vereine bündeln Ihre Kräfte gegen Altersarmut

Frankfurt, 17. Januar 2018. Nachdem das Problem zunehmender Altersarmut in den Sondierungsgesprächen von CDU/CSU und SPD weiter ignoriert wird, Dagmar Hühne spricht im Vorsorge-Newsletter Nr. 1/2018 von potemkinschen Rentenverbesserungen, ist es umso wichtiger, das Thema weiter auf der politischen Agenda zu halten. Zu dieser Überzeugung gelangten die Vertreter der Aktion Demokratische Gemeinschaft (ADG e.V.), Betriebsrentner e.V. (BRV e.V.), Bündnis für Rentenbeitragszahler und Rentner (BRR e.V.), Rhein-Main-Bündnis, Seniorenaufstand und Senioren-Schutz-Bund „Graue Panther“ Südniedersachsen (SSB e.V.) bei einem gemeinsamen Treffen in Frankfurt am Main. Sie vereinbarten erste gemeinsame Aktionen und beschlossen zur Bündelung der Kräfte eine engere Zusammenarbeit.

In den Gesprächen und Diskussionen der Teilnehmer nahm das Grundversagen der Sozialdemokratie nach dem durch Schröder vollzogenen Paradigmenwechsel bei  der Altersversorgung (Privatisierung und Beitragsorientierung anstelle einer lebensstandardsichernden Rente) breiten Raum ein.  Wie vergleichende Untersuchungen der OECD aus 2017 zeigen, wird Deutschland ohne grundlegende Reformen, die diesen Namen tatsächlich verdienen, auch auf lange Sicht bei der Altersversorgung unter den 22 OECD-EU-Staaten mit einer Nettoersatzquote für Durchschnittsverdiener in Höhe von 50% (zum Vergleich Portugal 94,9% oder Österreich 91,8%) des Nettolohns nur einen der hinteren Plätze in der Rangfolge einnehmen. Und dies in einem so reichen Land, in dem wir nach Aussage der Bundeskanzlerin "gut und gerne Leben". Ohne Not trägt die SPD die ultrakonservative Politik des "Weiter-So-Durchwurschtelns" der Kanzlerin mit und nimmt für eine Handvoll lockender lukrativer Minister- und Staatssekretärsposten die sich verfestigende Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich billigend in Kauf. Mit einem Blick über die Grenze nach Österreich könnte Martin Schulz sehen, dass eine Politik, die die Interessen sozialdemokratischer Stammwähler nicht mehr wahrzunehmen vermag, letzten Endes in der Marginalisierung der SPD enden wird. "Warum sollte ich einer SPD, die das Wort 'Sozial' im Namen nur noch zum Schein trägt, meine Stimme geben?", werden sich bei der nächsten Bundestagswahl dann sicherlich noch viel mehr Wählerinnen und Wähler fragen?

 

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4 Gedanken zu „Vereine bündeln Ihre Kräfte gegen Altersarmut

  1. Ullrich

    Am 18.01.2018 bei ILLNER-TALK
    Wenn man dann bei Illner Leute einlädt, wie Dorothea Mohn, die Finanzexpertin der Verbraucherzentralen die diese Erfolge der Sondierung bei einem Durchschnittseinkommen eines Ledigen von 4000,00 € durchrechnen, dann finde ich das schon eine Frechheit. Nehmen sie doch mal eine Verkäuferin mit 1.100,00 € brutto und rechnen sie dann mal die Ersparnis aus.
    JUSO-CHEF KEVIN KÜHNERT Besonders stolz ist Nahles und Schulz auf die Grundrente, die langjährig Versicherte Kleinverdiener vor der Altersarmut retten soll. 10 Prozent mehr als den lokalen Grundsicherungssatz sollen sie bekommen, aber nur, wenn sie sich einer „Bedürftigkeitsprüfung entsprechend der Grundsicherung“ unterziehen. Mit anderen Worten: Alle Vermögen und Einkünfte auch des Ehe- oder Lebenspartners müssen auf den Tisch. Das ist keine Grundrente, sondern bestenfalls ‚Hartz4 de luxe’.

    Wo ist dann der Erfolg gegen Altersarmut, 10% über der Grundsicherung. Das ist doch wohl ein Hohn, dies als Erfolg dem Bürger zu verkaufen. Warum wird so vehement der Bürger und Wähler belogen, es kommt doch sowieso raus.
    Die SPD ist auf dem besten Weg, sich selber abzuschaffen

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  2. Veronika Voget

    Seit 7 Jahren kämpfe ich gegen Altersarmut und setze mich für die Recvhte von Pflegebedürftigen gegenüber den Pflegekassen ein. Ich sorge dafür, dass Betroffene den berechtigten Pflegegrad erhalten und biete den Gutachtern aller Medizinischen Dienste der Krankenkassen, während den Beugtachtungen die Stirn.
    Seit Jahren suche ich Mitstreiter, die mich in meinem nervenauftreibenden Kampf gegen die Pflegemafia unterstützen. Stattdessen lese ich immer nur von irgendwelchen Diskussionen, passieren tut nichts. Von mir aus bin ich schon auf Vereine oder kleine Parteien zugegangen und habe tatkräftig unterstützt, jedoch von denen keine Unterstützung erfahren.
    Mein Motto: Reduziert die zähen Diskussionen und zeigt endlich Tatendrang.

    Antworten
    1. Veronika Voget

      Seit 7 Jahren setze ich mich für die Rechte von Pflegebedürftigen ein, gegenüber den Pflegekassen und den Gutachtern der Medizinischen Dienste aller Krankenkassen. Bei den Begutachtungen bin ich anwesend und unterstütze die Versicherte, damit sie ihre berechtigten Pflegegrade erhalten.
      Von mir aus bin ich auch schon auf Vereine und kleine Parteien zugegangen und habe diese unterstützt. Nur leider habe ich von denen keine Unterstützung erfahren. Stattdessen bekomme ich nur mit, dass stets endlos diskutiert wird, aber nichts passiert.
      Lasst und einfach aktiv werden, den erteilte Pflegegrade lindern die Alltagsarmut.

      Antworten
  3. Elvira Kähne

    Das gefällt mir mal..Nur gemeinsam sind wir Stark...Ich habe auf Facebook einen Vorschlag verbreitet und wir Suchen Mitstreiter. Ich kopiere den Text mal hier rein. Mir gehts vor allem um die Menschen,die nicht zu Großdemos oder ähnlichem kommen können,da kein Geld da ist oder recht unmobil sind.

    Es reicht liebe Politiker ! Die Rente muss zum Leben reichen!

    Wir reden in dieser Gruppe immer davon mal etwas gegen diese schreiende Ungerechtigkeit bei den Renten zu unternehmen.Ich habe mir dazu mal ein paar "machbare" Gedanken gemacht.

    Eine Großdemo in Berlin halte ich momentan für gar nicht so angebracht da zu viele ältere Menschen diese Reise kaum antreten könnten und es zu dem Geld kostet,was ja bekanntlich nicht vorhanden ist.Zudem sehe ich das viele ältere Bürger gar keinen Zugang zu Facebook haben oder auch über kein Handy verfügen. Unser Ansinnen sollte es aber doch sein,alle Betroffenen und in Zukunft Betroffene zu erreichen über alle Parteigrenzen hinaus.

    Wieso keine Montagsdemos ( hat ja schon mal was gebracht )? Den Montag dachte ich mir aus dieser Tradition heraus zu wählen.

    In jedem Ort dieser Republik Treffen sich ältere und hoffentlich auch junge Menschen,die betrifft es ja auch was jetzt in der Politik beschlossen wird.Sie werden ja für ihre Eltern in "Sippenhaft" genommen und könnten so schon vor der Rente verarmen.

    Ich möchte alle Bürger die durch ihre Sozialabgaben den Rententopf füllen ansprechen und zum Mitmachen bewegen.

    Ich stelle es mir so vor...In jedem Ort gibt es einen zentralen Platz und dort trifft man sich jeden Montag für eine Stunde, 16 – 17 Uhr und das Bundesweit..Es können dort dann kleinere Netzwerke entstehen und Kontakte zu Nachbarn geknüpft werden. Adressen ausgetauscht und Hilfe vereinbart werden,beim Transport dorthin zB. Dort könnte auch besprochen werden,wen man noch so kennt und wem man noch ansprechen könnte.
    Für größere Städte könnte man es in den Stadtbezirken zentrieren.Ich lebe in Berlin und würde mich für den Bezirk Charlottenburg verantwortlich zeigen.
    Ich glaube das ein Spaziergang jeden Montag für jeden machbar ist und mit keinen großen Mühen verbunden ist. Wo Hilfe benötigt wird kann man das entstehende Netzwerk nutzen.
    Dazu sind Adressenlisten mit Kontaktdaten bei den Treffen anzufertigen.Eine Person aus dem jeweiligen Kreis sollte sich dafür als Ansprechpartner zur Verfügung stellen.

    Vielleicht werden es erst nur 5 Menschen sein,die kommen.In der nächsten Woche schon 10 Leute.Ich setzte da auf den Schneeballeffekt und die Gleichzeitigkeit der Aktion.Das schafft Aufmerksamkeit und Öffentlichkeit. Die Presse wird da von ganz allein aufmerksam und es wird ein Selbstläufer.Natürlich sollten wir auch alle Pressekontakte nutzen,die schon vorhanden sind.

    Bei einer Großdemo in Berlin kommt mal 20 Sekunden was im Fernsehen. Aber hat das Nachhaltigkeit?Ich denke nicht.Wir sollten der stete Tropfen sein der den Stein bricht.
    Wir sind da und wir sind viele.Das an uns vorbei Regieren muss aufhören.

    Erarbeiten sollten wir einen Handzettel mit unseren Forderungen an die Politik um diese an Passanten zu verteilen.Mit Kontaktdaten von unserer Gruppe und Mail Adresse.

    Auch schwebt mir vor an alle Parteien und Bezirkspolitiker einen Brief zu verfassen und diese damit zu bombardieren.Hier könnten wir eine gemeinsame Vorlage entwickeln.

    Was haltet ihr davon?
    Was sollte in den Forderungskatalog? Ich halte eine NETTO Rente von 1500 € für angebracht um in dieser Gesellschaft noch Teilhaben zu können.Steigende Mieten etc.
    Bin gespannt auf euer Feedback.

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